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08.12. 2021
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ABGESAGT

Klimaflucht

Prof. Dr. Barth


Im südlichen Afrika, Lateinamerika und Südasien könnten immer mehr Menschen bis zum Jahr
2050 durch Dürren, Missernten, Sturmfluten und steigende Meeresspiegel ihr Zuhause
verlieren und zur Umsiedlung gezwungen sein. Allein in der Subsahara-Region Afrikas
könnten bis zu 90 Millionen Menschen betroffen sein, weitere 40 Millionen Menschen könnten
in Südasien und 17 Millionen in Lateinamerika vertrieben werden. Der Klimawandel sei in
diesen drei Weltregionen bereits unaufhaltsam zu einem "Motor für Migration" geworden. Zu
den Effekten des Klimawandels gehören zum Beispiel der Rückgang der landwirtschaftlichen
Produktion in bestimmten Gebieten, regionale Wasserknappheit und der Anstieg des
Meeresspiegels. Doch die Gleichung "je mehr Klimawandel, desto mehr Migration" geht nicht
auf. Denn Migrationsentscheidungen sind sehr komplex. Sie werden nicht nur durch die Folgen
von Klimaveränderungen beeinflusst, etwa durch Ernteausfälle infolge veränderter
Niederschlagsmuster, sondern auch von vielen anderen Faktoren politischer, wirtschaftlicher
oder kultureller Natur. Auch wird in jüngster Zeit die Rolle des Klimawandels als Verursacher
von bewaffneten Konflikten häufig postuliert - Empirisch ist dies aber kaum zu belegen, da
auch Gewaltkonflikte zumeist viele Ursachen haben. Dass Klimafolgen für zusätzlichen Stress
sorgen, der latente Konflikte weiter verkomplizieren kann, liegt jedoch auf der Hand.

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Kategorie:   Vorträge